Über uns
Geschichte
Die Markthalle Basel wurde 1929 als Engros-Markt eröffnet und versorgte über Jahrzehnte die Stadt mit frischen Lebensmitteln. Nach der Schliessung 2004 und verschiedenen Zwischennutzungen erhielten wir, die Markthallen AG Basel, 2013 den Zuschlag für die Wiederbelebung und kehrten zu den Wurzeln als öffentlicher Handelsplatz, Kulturort und Treffpunkt zurück.
Heute ist die Markthalle der grösste überdachte Freiraum Basels – ein öffentlicher Ort mit einzigartiger Piazza-Atmosphäre, ohne Konsumzwang und offen für alle. Hier treffen Gastronomie, Märkte und Kultur unter einem historischen Dach aufeinander.
Wer noch tiefer in die Geschichte der Markthalle Basel eintauchen möchte, findet im Jubiläumsmagazin «Engros No. 2» spannende Geschichten, Bilder und Rückblicke aus den letzten Jahren.
1929 wurde die Markthalle Basel erbaut. Sie diente als Engros-Markt und versorgte Handel und Gastronomie über Jahrzehnte zuverlässig mit frischen Lebensmitteln. Unter dem grossen Kuppeldach entstand ein zentraler Umschlagplatz für frische Waren, Handwerk und den täglichen Handel. Der markante Bau prägte das Stadtbild als Architekturikone und gilt bis heute als grösster überdachter Freiraum in Basel.
Jahrzehntelang war die Markthalle Basel Drehscheibe der regionalen Lebensmittelversorgung. Händler:innen, Produzent:innen sowie Gastronom:innen nutzten die Halle als Ort des wirtschaftlichen, kulinarischen und sozialen Austauschs. Täglich wurde gefeilscht, verladen, gekocht, degustiert und gelernt. Die Markthalle Basel war Arbeitsort, Marktplatz und Begegnungsraum zugleich – fest verankert im Alltag der Stadt.
Durch veränderte Distributionswege in der Lebensmittelbranche verlor der traditionelle Engros-Markt an Bedeutung. 2004 wurde der Grossmarkt geschlossen – eine Ära ging zu Ende. Die Architektur blieb eindrücklich, doch die Frage lautete: Wofür wird die Markthalle Basel im 21. Jahrhundert gebraucht? Damit begann die Suche nach einer zeitgemässen Nutzung für das denkmalgeschützte Gebäude.
Nach mehreren Zwischennutzungen verkaufte der Kanton Basel-Stadt die Liegenschaft an einen privaten Investor. Das Gebäude wurde saniert und in ein Shoppingcenter umgebaut. Doch das Konzept fand wenig Anklang in der Stadtbevölkerung – Leerstände prägten das Bild, die gewünschte Belebung blieb aus. Die Frage nach einer identitätsstiftenden, öffentlichen Nutzung rückte wieder in den Vordergrund.
Aufgrund der Leerstände öffnete sich die zwischenzeitliche Eigentümerin, die CSA Real Estate Switzerland (Credit Suisse Anlagestiftung), für neue und kreative Nutzungskonzepte. Im Juni 2013 erhielten wir, die Markthallen AG Basel, den Zuschlag für die Wiederbelebung der Kuppelebene als Marktplatz.
Diese Idee war in einer Projektgruppe aus Architekt:innen sowie Kulturunternehmer:innen gereift: Barbara Buser, Alexandra Dill, Gregor Dill, Eric Honegger, Valentin Ismail und Christoph Schön. Unser Leitgedanke war einfach und kraftvoll: Aus der Markthalle Basel sollte wieder eine Markthalle werden – als Marktplatz, Treffpunkt, öffentliches Wohnzimmer der Stadt und Drehscheibe der regionalen Lebensmittelversorgung.
Am 15. Oktober 2013 öffneten wir die Halle zur Mittagszeit erstmals mit den ersten Foodständen. Schritt für Schritt kehrte Leben ein: Küchen aus Basel und der Welt, Märkte, Festivals, Konferenzen und Veranstaltungen rund ums Essen und Geniessen. Die Halle wurde erneut zu einem Ort des Umschlags und lebendigen Treibens, des Dialogs zwischen Produzent:innen und Konsument:innen – getragen von Herzblut, Eigeninitiative und breiter Partizipation aus der Bevölkerung.
In den ersten Betriebsjahren finanzierten wir Investitionen und Aufbauarbeit weitgehend aus Eigenmitteln und dem laufenden Betrieb. Reserven konnten wir in dieser Phase nicht anlegen. Es war anspruchsvoll, einen kostendeckenden Betrieb zu erreichen – erlaubte uns aber eigenständig und selbstbestimmt zu bleiben und unsere Vorstellungen vom Markthallenbetrieb umzusetzen.
In diesen ersten Jahren haben wir ein Betriebsmodell entwickelt, das Vielfalt ermöglicht. Wir haben Rahmenbedingungen geschaffen, durch die Dritte wirken können. Zu unseren Aufgaben gehört: Wir bewirtschaften Gästeräume und Kulisse, das Veranstaltungs- und Kulturprogramm, Märkte, die HausBAR, Caterings und Privatanlässe, Vermietungen sowie Geschirrwaschstrasse und Reinigung.
Die Foodstände, Läden, Produktionsräume sowie weitere Bars und Fremdveranstaltungen werden durch Partner:innen in Untermiete betrieben. So funktioniert unser lebendiges Ökosystem, das lokale Produzierende stärkt und den Marktgedanken zeitgemäss interpretiert.
Die Wiederbelebung war bewusst schrittweise angelegt: Zuerst die Grundversorgung mit gutem, frischem Essen, dann Märkte und Formate, die über den Teller hinausdenken – Wissensvermittlung, Handwerk, Reparatur und Begegnung. Wo immer möglich, wird Produktion sichtbar gemacht – vom Teig, der aufgeht, bis zur Sauce, die köchelt. Nähe und Transparenz werden Teil des Erlebnisses.
Um die Markthalle Basel als Marktplatz, Treffpunkt und Kulturort langfristig zu sichern, konnte eine neue Eigentümerin für das Gebäude gewonnen werden: Seit August 2016 gehört der Kuppelbau mit den Randbauten der Edith Maryon AG, einem Tochterunternehmen der Stiftung Edith Maryon. Stiftung und AG setzen sich seit ihrer Gründung dafür ein, Grund und Boden der Spekulation zu entziehen und für gemeinnützige, soziale und kulturelle Zwecke zugänglich zu machen. Ihr Ziel ist es, langfristig nutzbare Räume zu schaffen, die das Gemeinwohl fördern und ökologischen wie gesellschaftlichen Anliegen verpflichtet sind.
Der Erwerb durch die Edith Maryon AG war ein entscheidender Schritt, um die Zukunft der Markthalle Basel abzusichern. Ein langfristiger Mietvertrag bildet seither die solide Grundlage für die Fortsetzung und kontinuierliche Vertiefung des zuerst als Zwischennutzung aufgegleisten Projekts. Er ermöglicht und verpflichtet uns als Unternehmen, den historischen Ort als öffentlichen Raum und als Infrastruktur für eine regionale, vielfältige Lebensmittelkultur zu entwickeln – ökonomisch tragfähig, aber ohne finanzielle Interessen über soziale und ökologische Ziele zu stellen.
Unter dem Kuppeldach begegnen sich Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen und erleben vielfältige Kultur: vom Pasta-Kochkurs bis zum Salsa-Abend, von der Kindermarkthalle und der Rutschbahn bis zu generationenübergreifenden Podien über Altersfragen. So entsteht ein Ort, der Inklusion lebt und Separierung entgegenwirkt.
Unser Programm greift zeitgemässe Themen und Trends auf. So bleiben wir am Puls der Entwicklungen und erhalten eine relevante, unabhängige Stimme im dichten Diskurs rund ums Essen. Wir verorten uns nachhaltig als Knotenpunkt in einem Netzwerk von Food-Akteur:innen. Aus der Halle gehen Impulse in die Stadt: Initiativen wie das Lebensmittel Netzwerk Basel oder das Ernährungsforum haben wir mitinitiiert und bieten ihnen hier einen Treffpunkt. Wir sind damit nicht nur Bühne, sondern auch Werkstatt, Schnittstelle und Drehscheibe.
Ausblick
Als Motor für Basel bieten wir Gründer:innen sowie kleinen Betrieben eine Bühne, schaffen zahlreiche Arbeitsplätze und bringen Menschen aus vielen Kulturen zusammen. Mit zahlreichen Geschäftsmöglichkeiten, Arbeitsplätzen für Menschen aus ca. 22 Herkunftsnationen und mehr als 1 Million Besuchenden im Jahr wirken wir als Multiplikator für die ganze Region – von lokalen Dienstleistern bis zu den umliegenden Geschäften. So tragen wir dazu bei, dass Basel als lebendige und innovative Stadt weiter wächst.
Diese Wirkung wollen wir ausbauen: Die Markthalle Basel bleibt ein lernendes System, das auf Stadt, Zeit und Bedürfnisse reagiert. Mit unseren Partner:innen und der Stadtgesellschaft entwickeln wir Märkte, Gastronomie, Produktion und Kultur weiter – regional verankert, weltgewandt im Angebot, sozial im Anspruch. Unser Ziel bleibt, Basels Wohnzimmer unter dem Kuppeldach täglich neu zu füllen: mit gutem Essen, guten Gesprächen und guten Ideen. So führen wir die Geschichte der Markthalle Basel fort – als Ort, der sich wandelt und doch seinem Kern treu bleibt.